Auf Spurensuche nach Ed Sheeran und den Kühen von Kerrygold – Ein Irre im Ir(ren)land! 🐮

Bevor ich mich im Juli dieses Jahres – zusammen mit meinen Eltern – für eine Woche auf den Weg nach Killarney gemacht habe, wurde ich immer wieder gefragt, was ich denn DORT vorhabe… Gute Frage! Denn um ehrlich zu sein wusste ich das selbst nicht so genau…

Irland? – Mit was ich das bis dato verbunden habe? Roten Haaren, ir(r)en Kobolden und talentierten Singer-Songwritern wie Bob Geldorf oder Hozier vielleicht… Wirklich viel mehr konnte ich mir darunter aber auch nicht vorstellen!

Doch was soll ich sagen, ich wurde mehr als positiv überrascht! Denn während man in Malle, Side & Co. oft nur zwei Möglichkeiten hat, nämlich den Pool oder den Strand, gibt es hier tausend verschiedene – von spektakulären Cliff-Walks über  spaßige Shopping-Touren bis hin zu einem feucht-fröhlichen Besuch im traditionellen Pub

Eintönig wird es aber vor allem auch dann nicht, wenn man sich auf eine mehrtägige Spurensuche nach dem größten, irisch-verwurzelten Popstar unserer Zeit und  den Kühen einer der weltweit bekanntesten  Marken für Weidemilch-Molkereierzeugnisse begibt… Die Rede ist, na klar, von Ed Sheeran und Kerrygold!

ED SHEERAN IS… EVERYWHERE!

Zum ersten Mal in Kontakt mit Sheeran kamen wir  in Cork, der zweitgrößten Stadt Irlands. Vor einem Shop, dessen Namen ich nicht einmal mehr erkennen konnte, tummelten sich riesige Menschenmassen, die auf von zu Hause mitgebrachten Stühlen campierten und sichtlich auf etwas hin fieberten.

Sofort dachten wir an die Neueröffnung eines Shops, das Erscheinen eines weiteren, unnötigen Smartphones oder eine Autogrammstunde mit einem Mega-Star! Denn der Ansturm war schließlich so groß, wie man ihn bisher nur aus jenen Situationen kannte…

Da meine Mutter, die kleine Schnäppchenjägerin, sofort Rabatte witterte und ich selbst natürlich auch sehr interessiert daran war, was nun wirklich dahinter steckt, fragte ich nach einigem Zögern ein paar ältere Damen, die in unmittelbarer Nähe von mir standen. Sie meinten daraufhin kurz und knapp, dass sie schlichtweg auf Tickets von Ed Sheeran warten…

Von der Antwort ein wenig perplex, ging ich nach ein paar Minuten  noch einmal zu ihnen hin und fragte, wann das Konzert denn sei. „Im Mai nächsten Jahres!“, erwiderte eine der Damen mit irischem Akzent auf Englisch.

Noch immer konnte ich, auch wenn ich selbst ein großer Fan von Ed Sheeran bin und den Hype um ihn definitiv verstehe, nicht fassen, dass wirklich all die Menschen – sämtlichen Alters, sämtlicher Herkunft – auf Tickets von ihm warteten, zumal in der Straße noch irgendetwas von „Store Opening“ oder so ähnlich zu lesen war.

Deshalb lief ich noch einige Meter weiter und fragte drei jüngere Mädchen, ob sie denn etwas von dieser Ladeneröffnung wissen und warum sie hier sind. Doch auch sie antworteten, dass sie „nur“ auf Tickets von Ed Sheeran warten und fingen danach an – voller Freude – „Shape Of You“ zu trällern…

Ein Ansturm, wie ihn sonst nur die iPhones dieser Welt auslösen… Wohlgemerkt für Ed Sheeran-Konzerttickets!

Ein paar Straßen weiter, spielte sich wieder dasselbe Szenario ab. Fans belagerten die gesamte Fußgängerzone und machten sich mit ihrem Gepäck auf den Bürgersteigen breit.

An der Eingangstüre eines Musikladens konnte ich dann ein Plakat zu der Tour von Ed Sheeran entdecken, auf dem stand, dass pro Person nur vier Tickets erworben werden können und diese auch mit dem Namen versehen werden. Höchstwahrscheinlich um zu vermeiden, dass die Tickets für schweinerische Preise weiterverkauft werden, was jedoch laut einigen Medienberichten nicht sonderlich gut gelungen ist…

Der Musikladen „ProMusica“ machte an diesem Abend wohl das Geschäft seines Lebens…

Nach der ganzen Aufregung ging es für uns dann erst einmal zum Pizzaessen ins Milano, ehe wir uns wenige Tage später noch einmal auf Spurensuche nach dem Pop-Phänomen begaben… Und seien wir Mal ehrlich, welche Stadt würde sich dazu besser eigenen als Ed Sheerans Lieblingsmetropole Galway?

Um nicht ganz so verloren drein zugucken wie in Cork, haben wir uns am Tag vorher bereits im Hotelzimmer über jene Orte informiert, die mit Sheeran in Verbindung gebracht werden können. Also kurzum all die Drehorte zu seinem „Galway Girl“-Musikvideo!

Der erste Name auf unserer To-See-List führte uns zum „The Herons Rest“, wo die Abschlussszene des ikonischen 3-Minuten-20-Clips gefilmt wurde. Als alter Foto-Junkie hielt ich es natürlich für eine mega-coole Idee ein Foto aus jenem Fenster zu schießen, aus dem Ed Sheeran schon heraus wank und klopfte deshalb an der Tür des Hotels, um Mal ganz frech nachzufragen. Kurz daraufhin öffnete mir die Betreiberin des Bed & Breakfast-Places und meinte, dass das Zimmer momentan leider belegt ist. Pech gehabt würde ich Mal sagen… Dafür plauderte sie dann minutenlang aus dem Nähkästchen, erzählte mir von ihrer gemeinsamen „Tea Time“-Party mit Sheeran und beschrieb ihn mir genau so, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe.

In diesem blauen „Bed & Breakfast“-Heaven hatte Sheeran nicht nur einen Videodreh, sondern traf sich auch auf eine Tasse Tee mit der Betreiberin.

Nach einer freundlichen Verabschiedung – inklusive Visitenkartenaustausch – checkten wir dann auch noch die beiden Pubs aus, in denen es im Video ordentlich zur Sache ging! Während das „O’Connor’s“ leider geschlossen war, hatten wir im „O’Connell’s“ dafür umso mehr Zeit uns umzuschauen und erkennten sogar die Kellner aus dem Streifen wieder.

Zum Abschluss gönnten mein Papa und ich uns dann noch ein kleines Guinness und nutzen die Vintage-Location für ein spontanes Fotoshooting

Persönlich getroffen haben wir Sheeran (und sein „Galway Girl“) an diesem Tag zwar leider nicht, trotzdem habe – zumindest ich mich – ihm so nahe gefühlt wie nie zuvor!

Im Innenleben des „O’Connell’s“-Pubs schaut Sheeran auch privat gern‘ Mal auf ein Guinness vorbei…

Während man diesbezüglich also von einer relativ erfolgreichen Spurensuche sprechen kann, blieb unsere Ausschau nach den Kühen von Kerrygold – die wir hier reichlich erwartet hätten (!) – eher erfolglos… Zwar gab es an gefühlt jeder Straßenecke eine Weide mit Dutzenden von Kühen, und manchmal sogar mitten auf der Straße, aber ob diese wirklich zum Inventar des  Muh, Muh-Konzerns  gehörten, bleibt bis heute unklar…

So oder so können wir aber dennoch ein klares Fazit über unseren Ir(r)en-Trip ziehen: An all diejenigen, die mich im Voraus verdutzt angeschaut haben und meinten, dass Irland doch kein klassisches Reiseziel sei: Doch, das ist es in jedem Fall! Denn neben den wunderschönen und einzigartigen Landscapes, gibt es hier auch eine der mit Abstand herzlichsten und gechilltesten  Menschen der Welt! Für mich steht Irland deshalb von nun an auf einer meiner Destinations Nr. 1


PS: Hier noch ein paar Tipps für alle, die jetzt spontan  auch Lust auf eine  Irlandreise bekommen haben:

Unterkunft: Übernachtet haben wir im – seit mittlerweile 60 Jahre bestehenden – „The Gleneagle“-Hotel, das sich als idealer Ausgangspunkt für Ausflüge rund um Killarney entpuppt hat. Die Einrichtung ist zwar eher rustikal gehalten, dennoch wird hier großer Wert auf Sauberkeit und Wohlfühlatmosphäre gelegt! Während wir anfangs noch ein wenig schockiert über die geringfügige Auswahl beim Frühstück waren, haben wir uns nach und nach in den Bacon und die Potato Pancakes verliebt und es als gelungene Reise in die „killarneyische Kulinarik“ empfunden.

Essen: Unser Mittag- und Abendessen haben wir uns fast täglich bei „SuperValu“, einer riesigen Supermarktkette aus Irland gegönnt. Auch wenn ich noch nie in einem „Walmart“ war, wage ich zu behaupten, dass die irischen Stores locker mit der amerikanischen Konkurrenz mithalten können, denn hier gibt es nichts, was es nicht gibt! Sogar Imbisse UND kostenlose, öffentliche Toiletten, die ansonsten eher eine Rarität in Irland darstellten… Mein persönliches Highlight: Die Paprika-Gewürz-Salami frisch vom Metzger

Ausflugtipps: Am meisten Spaß hatten wir definitiv immer während den Cliff-Walks, bei denen es so einiges zu entdecken gab: Ob Schafe, Kühe oder metergroße, unüberwindbare Pfützen und Stolperfallen – Langeweile kam hier dank der Natur- und Tiergeschöpfe nie auf! Einmal sichteten wir sogar einen Delfin oder eine Robbe, hierüber streiten sich die Gemüter jedoch noch bis heute… Besonders gut gefallen haben uns der Ballycotton Cliff Walk sowie der The Sheep’s Head Way in Cork.