Alarmstufe Rot(h): Warum Claudia und ich dringend Bedarf sehen, etwas zu verändern… ‼

Als wir in der neunten Klasse einen Übungsaufsatz darüber schreiben mussten, weshalb man das Wahlalter von 18 auf 16 Jahre heruntersetzen sollte, habe ich ziemlich lange gebraucht, um Argumente dafür zu finden… Klar, Jugendliche die sich wirklich für Politik begeistern können, müssten dann nicht mehr so lange warten und wären schon in früheren Jahren mündig. Aber für mich selbst, sah ich eben nur wenige bis gar keine Vorteile!

Die Wahl war schließlich auch immer eines der wenigen Themen, das mich nicht interessiert hat. Wieso auch? Ich habe Deutschland immer als ein Land angesehen, dem es – gerade im Vergleich zu den östlichen Ländern – ziemlich gut geht. Klar, gibt es auch hier Armut, klar, gibt es auch hier Krankheiten und klar, gibt es auch hier Leid.

Aber allen in allem hatte ich nie das Gefühl, dass sich auf politischer Ebene groß was ändern müsste. Ich habe, um den Tatsachen ins Auge zu schauen, die Politik – schlicht und ergreifend – einfach unterschätzt!

Über die letzten Jahre hat sich – wohl oder übel – aber so einiges verändert! Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und auch Sexismus sind nur einige Themen, die vermehrt an die Öffentlichkeit traten und von Parteien wie der „AfDschockierenderweise sogar gefördert wurden. Damit begannen auch bei mir – nach und nach –  die Alarmglocken zu läuten…

Ein paar erschütternde Schlagzeilen der vergangenen Jahre! (Quellen: „queer.de“, „WELT.de“, „ZEIT ONLINE“ und „EMMA“)

Mittlerweile freue ich mich schon richtig auf die Wahl und kann es – um ehrlich zu sein – auch gar nicht mehr abwarten, endlich meine ersten Kreuzchen zu setzen. Denn es ist Zeit für Veränderungen!

Eine Frau, die in Deutschland sehr großen Einfluss auf die Politik hat, ist Claudia Roth. Als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und ehemalige „Grünen“-Parteivorsitzende war sie in den letzten Jahren kaum mehr aus Funk und Fernsehen wegzudenken, was vielleicht auch an ihrem teils sehr emotionalen Auftreten liegt…

Für mich bot sich vergangenen Freitag die Möglichkeit, ihr – bei einem Auftritt in Offingen – ein paar Fragen zu stellen. Passend zur anstehenden Bundestagswahl am 24. September, wollte ich von ihr wissen, was denn ihre persönlichen Wünsche für die Zukunft von Deutschland sind…

C.R.: Mein wichtigster Wunsch ist, dass wir erkennen, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher – mit einer großen Koalition, die zögert und nicht gestaltet. Bert Brecht hat mal gesagt: „Ändere die Welt, sie braucht es.“ Und er hatte Recht. In einer Welt voller Krisen, voller Konflikte, voller Gewalt, – die UNO sagt „in einer Welt im Krieg“ –, braucht es eine andere deutsche Politik, die mehr tut als abzuwarten. Da reicht es nicht aus zu glauben, uns geht’s relativ gut, wir verändern nichts, dann geht’s uns auch weiterhin gut. Das ist sehr kurzfristig gedacht.

Claudia Roth und ich nach ihrem Besuch im „Regenwaldkino“ in Offingen.

Konkret erhofft sie sich beispielsweise eine nachhaltige Umweltpolitik (oder wie die „Grünen“ sagen eine „Politik mit Umwelt im Kopf“). Sie möchte, dass Deutschland die Welt im Blick hat und nicht als „Sprengmeister“, sondern als „Brückenbauer“ fungiert. Sie möchte ein starkes Europa, das als Vorbild dient. Als Vorbild für Rechtsstaat, für Demokratie, für Menschenrechte, für eine ernsthafte Klimapolitik. Als Vorbild in einer Welt, in der wir von Demokratiefeinden umgeben sind.

Besonders bestürzend findet sie, die Tatsache, dass Deutschland – eines der reichsten Länder der Welt – in der Eurozone nach wie vor auf Platz 1 der Länder mit der größten „Schere“ zwischen arm und reich liegt. Roth: „Es kann nicht sein, dass hier mehr als 2,5 Millionen Kinder in Armut aufwachsen müssen!

Gerechtigkeit, Gleichheit, Integration von Minderheiten – all das sind weitere Wünsche, die sie in unserem kurzen Gespräch äußert.

Damit sich diese Wünsche aber auch wirklich erfüllen, müssen die richtigen Parteien genügend Stimmen erhalten. Gerade in diesem Jahr könnte es, laut Roth, so wichtig sein, zur Wahl zu gehen, wie noch nie zuvor. Parteien, wie die „AfD“ könnten ansonsten viel Einfluss bekommen, was verheerende Auswirkungen auf unsere Demokratie hätte. Roth spricht in diesem Falle sogar von einem „anderen Deutschland“ – einem Deutschland, das in seinem demokratischen Grunde „erschüttert“ werden würde.

Darum Kinder, lasst euch sagen, geht wählen! Und wenn es jetzt noch nicht geht, dann eben in vier Jahren! ☝

PS: Einen genauen Überblick darüber, welche Parteien für die diesjährige Bundestagswahl zur Verfügung stehen (& welche davon am besten zu euch passen), findet Ihr unter www.wahl-o-mat.de.